6
Mai
2007

Blume fmx/07: Der dritte Tag

Logo der fmx/07Dieser dritte Tag der fmx/07 fing für mich um 10 Uhr mit einem Workshop über die Highend-3D-Software Softimage XSI 6.01 an, zu dem ich mich am Vortag eingetragen hatte. Was mich von Anfang an total begeistert hat, war das wirklich intuitive Handling von Softimage XSI, wo sozusagen alles "an seinem Platz" ist - das umso mehr, als ich mich bisher mit dem ziemlich sperrigen Interface der Open-Source-Software Blender abgemüht habe, hauptsächlich deshalb, weil ich bisher ausschließlich unter Ubuntu Linux arbeite.

Nach einer überraschend kurzen Eingewöhnungsphase (wobei mir mein netter Nebensitzer, mit dem ich den PC geteilt habe, geholfen hat) und einigen Blicken auf den Monitor des Nachbarn auf der gegenüberliegenden Seite war ich zusehends von den Möglichkeiten von Softimage angetan. Gefallen haben mir unter anderem die neuen MIA- bzw. MIL-Shader, die, soweit ich das verstanden habe, sozusagen "Allround-Shader" sind und eine Vielzahl von Materialien wie Glas, Holz, Metall u. ä. unterstützen.

Hier ein kurzer Blick auf das Interface von Softimage XSI:

Interface von Softimage XSI 6.01 unter Windows XP

Und hier noch ein Preview-Rendering, das ich quasi "auf die Schnelle" gemacht habe:

Render-Preview in Softimage XSI 6.01

Die Betonung liegt hier wie gesagt auf "Preview", was dadurch ermöglicht wird, daß man einen skalierbaren Rahmen über die Wireframe-Ansicht zieht. (Im Fachjargon heißt das, wie mir Tim Borgmann, der im Rahmen einer Signierstunde auch für einen Tag auf der fmx/07 war, geschrieben hat, "Renderregion". Das Rendern dieser Previews dauerte auf den Maschinen, mit denen wir gearbeitet habe, lediglich ein paar Sekunden.) Als Optionen für das Rendern stehen in dieser aktuellen Version von Softimage XSI "Scanline", "Raytracing" und "Mental Ray" (ein separater Highend-Renderer) zur Verfügung. Mit der jeweils eingestellten Option werden übrigens auch die Renderregionen gerendert.

Zu meinem positiven Eindruck beigetragen hat die Tatsache, daß wir auf speziellen, jeweils mit zwei Quadcore-Prozessoren von Intel ausgerüsteten HP-Maschinen arbeiten konnten. Die mit 2,6 GHz getakteten PCs waren mit je 8 GB RAM und einer QuadroFX 4509-Grafikkarte von Nvidia bestückt. Aus Zeitgründen konnte ich nur einen kurzen Einblick in das Interface und die Möglichkeiten dieser neuesten Softimage-Version nehmen, aber ich hätte mir ehrlich gesagt am liebsten gleich selbst eine gekauft.

Summa summarum hat der Workshop, der von einem netten, kompetenten Herren von Softimage geleitet wurde, bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen - nicht zuletzt deshalb, weil ich überhaupt nicht das Gefühl hatte, daß hier etwas "verkauft" werden sollte. Der Leiter des Workshops hat uns (bzw. speziell natürlich die Softimage-User im Workshop) auch darauf hingewiesen, uns bei Wünschen und Reklamationen direkt an Softimage zu wenden, weil man dort für User-Feedback wirklich dankbar ist und schon rein technisch gesehen einfach nicht alles wissen kann. Außerdem wachsen bei gehäuften Anfragen zu bestimmten Features die Chancen, daß diese in einer der kommenden Versionen implementiert werden.

Christophe Héry von ILMDann - nach der Mittagspause, während der ich an einer Pressekonferenz für die akkreditierten Journalisten teilgenommen hatte, deren entspannte und freundliche Atmosphäre mich angenehm überrascht hat - kam für mich mit dem Vortrag "Digital Cloning at ILM, in Particular Lemony Snicket's Baby and Pirates' Davy Jones" von Christophe Héry von ILM (Industrial Light & Magic) der erste Knaller des Tages. Christophe Héry führte unter anderem einige Sequenzen aus "Pirates of the Caribbean: Dead Man's Chest" (2006) vor, und zwar sowohl die (uneditierten) On-Set-Aufnahmen, in denen die Schauspieler in blauen Stretchanzügen und mit Tracking-Markern übersät gezeigt wurden, als auch - nahtlos im Anschluß - die fertigen Filmszenen.

Gerade, was ILM bei der Figur des Piratenkapitäns Davy Jones (Bill Nighy) geleistet hat, ist wirklich unglaublich. Während als 3D-Software in der Hauptsache Maya eingesetzt wurde, wurden für spezielle Zwecke wie die Animation der Fangarme von Jones's "Bart" zusätzliche Plug-ins verwendet, die vermutlich eigens für diesen Zweck geschrieben wurden. Während ich mich in meinem ersten Beitrag zur fmx/07 kritisch zu der Gefahr von Visual FX als Selbstzweck geäußert habe, mußte ich im Laufe dieses Vortrags feststellen, daß auch das Gegenteil passieren kann: daß man nämlich durch Einblicke in die Post-Production die angewandten Effekte erst richtig zu schätzen weiß.

Im Anschluß an diesen Vortrag wollte ich unbedingt den ebenfalls im Rahmen der Reihe "Virtual Humans" in der König-Karl-Halle stattfindenden Vortrag "Universal Capture: from The Matrix Films to Interactive Entertainment Applications" von George Borshukov anhören.

Hier ein Still zu dem Vortrag, das aus "The Matrix Revolutions" (2003) stammt, an dem George Borshukov mitgearbeitet hat.

Der "Superpunch" aus "Matrix Revolutions" (2003)

Still © Copyright 2003 by Warner Bros.

Trotz des spannenden Themas empfand ich diesen Vortrag aber ehrlich gesagt als etwas zu glatt und routiniert und blieb dann auch nicht bis zum Schluß, auch deshalb, weil ich mich im Rahmen des Recruiting Desks zu einem Gespräch mit einem Vetreter des Londoner VFX-Hauses Double Negative Ltd. angemeldet hatte.

Obwohl ich etwas zu früh dran war, konnte ich, da gerade kein anderer Interessent da war, gleich mit Dayne Cowan von Double Negative sprechen, der eigentlich nur vertretungsweise im Recruting Panel und, wie er mir sagte, unter anderem Visual FX Supervisor (3D) von "Batman Begins" (2005) von Christopher Nolan war. Auf meine Fragen zu technischen Dingen wie Showreels (nur eine Minute lang und nach Möglichkeit ohne Musik) bestätigte sich auch mein Eindruck, daß im 3D-Bereich Maya (vergleichbar etwa mit Photoshop im Pre-Press-Bereich) eben doch eine Art Quasi-Standard ist und - zumindest bei Double Negative - andere 3D-Software wie Softimage vergleichsweise wenig eingesetzt wird. Nachdem mir Dayne Cowan noch gesagt hatte, daß er am kommenden Tag einen Vortrag zu "Invisible Effects in 'Children Of Men'" halten würde, war dieses Gespräch für mich ein guter Ausklang dieses dritten Tages auf der fmx/07.

Das hier gepostete Still aus "The Matrix Revolutions" sowie das Foto von Christophe Héry von ILM sind auf der Presse-CD der fmx/07 enthalten.

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